Der Ahlesportplatz

Die Geschichte – Der Ahlesportplatz / Chronik 1995

Gemeinsam mit der Gemeinde Vaake wurden in den Jahren 1954/1955 Überlegungen darüber angestellt, wo eine neue Sportplatzanlage errichtet werden könnte. Damals wurde zunächst der Bereich "An der Osterwiese" favorisiert. Das Straßenbauamt lehnte diese Planung jedoch wegen der Möglichkeit einer später durch diesen Bereich verlaufenden Umgehungsstraße ab. Erstmals wurde daher ein Sportplatzneubau im Bereich der "Nassen Ahle" in Erwägung gezogen. Von den ersten Planungen bis zum Beginn der Bauarbeiten sollten jedoch noch 8 Jahre vergehen, bevor im Jahr 1961 der erste Spatenstich zum Bau des Ahlesportplatzes getan wurde.

Nachdem die Gemeinde Vaake im November 1960 die Grundstücke für den neuen Sportplatz am "Mühlencamp" erworben hatte, konnte die detaillierte Planung und der Bau des Ahlesportplatzes endlich beginnen. Mit Fug und Recht läßt sich sagen, daß die Entstehung dieser Anlage ein Meilenstein in der Geschichte des TSV Vaake ist und auch ein herausragendes Ereignis in der Nachkriegsgeschichte der ehemaligen Gemeinde Vaake war.

Vor dem Hintergrund finanzieller Engpässe in Verein und Gemeinde war es dem damaligen Vorstand des TSV und Bürgermeister Erwin Schuck immer wieder gelungen, in zähen Verhandlungen finanzielle Zuschüsse vom Hessischen Fußballverband und der öffentlichen Hand zu erlangen. Insbesondere vorher nicht voraussehbare bauliche Schwierigkeiten rissen immer wieder neue Finanzlöcher, die es zu stopfen galt. Die Vereinsmitglieder bewiesen eine bis dahin einmalige Solidarität und verpflichteten sich zur Zahlung einer Umlage von DM 20,00 pro Mitglied, was man vor dem Hintergrund der damaligen Einkommen sehen muß. Zusätzlich erklärte sich jedes Mitglied bereit, mindestens drei Arbeitstage abzuleisten oder ersatzweise DM 24,00 pro Arbeitstag zu zahlen. Der Bau der Sportanlage machte erhebliche Erdarbeiten erforderlich.

Das gesamte Bachbett der "Nassen Ahle" mußte verlegt werden, Geröllfänge waren zu betonieren. Neben den Mitgliedern des TSV Vaake beteiligten sich hieran auch die übrigen örtlichen Vereine und weite Teile der Vaaker Bevölkerung. Das Gelände war vormals sehr hügelig, so daß nur mit entsprechenden Geräten eine Einebnung möglich war. Durch die gute Verbindung zum amerikanischen Militärstützpunkt in Rothwesten und zu den Pionieren in Hann. Münden wurden diese Arbeiten durch Planierraupen durchgeführt. Allein im Jahre 1961, dem Beginn der Bauarbeiten, wurden mehr als 800 freiwillige Arbeitsstunden abgeleistet.

Neben den Sportanlagen war auch der Bau einer Umkleidehalle erforderlich. Hierbei wurde darauf geachtet, daß sich die Räumlichkeiten nicht nur für die rein sportlichen Belange nutzen ließen, sondern auch die Möglichkeit der Durchführung von Spielersitzungen und kleineren Versammlungen gegeben war. Dieses Konzept, im Gegensatz zu Gebäuden, die nur als reine Umkleideräume zu nutzen sind, hat sich bis heute bewährt. Nach Fertigstellung des Gebäudes, wie die übrige Anlage ebenfalls in Eigenleistung gebaut, ergaben sich bei der Inneneinrichtung erneut finanzielle Probleme. Der Gemeinde Vaake war es wegen der sehr angespannten finanziellen Situation nicht möglich, die Einrichtung zu finanzieren, woraufhin der TSV nochmals DM 750,00 aus Eigenmitteln beisteuerte.

Nachdem endlich alle Klippen bzgl. Planung, Finanzierung und Bau des Ahlesportplatzes umschifft waren, sollte endlich im August 1965 die Einweihung stattfinden. – Es kam jedoch alles anders –

Am 16. Juli 1965 ging über dem Reinhardswald, insbesondere im Bereich der Gemeinden Vaake und Veckerhagen, ein verheerendes Unwetter nieder. Es kam zu einer Hochwasserkatastrophe, die neben vielen anderen Schäden im Ortsbereich die gesamte neue Sportanlage in eine Geröll- und Schlammwüste verwandelte. Lediglich das auf der Anhöhe stehende Umkleidegebäude blieb verschont, die übrige Arbeit von fast fünf Jahren war zunichte. Die gesamte Rasenfläche wurde weggerissen. Steine, Holz, Schlamm und was der zu einem reißenden Strom angewachsene Ahlebach ansonsten noch mit sich führte, bedeckten das ehemalige Spielfeld.

Der Verein stand vor dem Nichts und mußte nahezu wieder am Punkt "Null" beginnen. Durch Zuschüsse von Land, Kreis und Gemeinde, um die sich der damalige Vorstand mit größtem Einsatz bemühte, wurde es möglich, nach drei weiteren Jahren Bauzeit am 18. August 1968 den Ahlesportplatz endlich seiner Bestimmung zu übergeben.

Die Aktivitäten und Opferbereitschaft aller Beteiligten bei diesem Projekt dürfte in der Geschichte der Gemeinde Vaake und der späteren Gemeinde Reinhardshagen einmalig sein. Ein Dank daher an dieser Stelle all jenen, die durch ihre Solidarität und ihren Einsatzwillen dazu beigetragen haben, den Ahlesportplatz zu dem zu machen, was er letztlich geworden ist, eine der schönsten Sportanlagen im Altkreis Hofgeismar.

Ein weiterer Bauabschnitt am Ahlesportplatz wurde 1973 mit der Errichtung eines massiven Kassenhäuschens begonnen. Fortgesetzt wurde diese Maßnahme mit dem Bau einer überdachten Zuschauertribüne, die ca. 150 Personen Schutz bei schlechter Witterung bietet. Etwa 900 Arbeitsstunden wendeten die Vereinsmitglieder auf, um das ca. 20 m lange Bauwerk zu errichten. Die Gemeinde Reinhardshagen beteiligte sich mit DM 2.000,00 an den Baukosten. Den Großteil des Materials verdankt der TSV einer Spende des Sportkameraden Fritz Wallbach.

Gleichzeitig wurde im Jahre 1975, wie schon einige Male zuvor, eine Ausbesserung der Rasenfläche des Sportplatzes sowie eine teilweise Erneuerung der Drainage notwendig. Nicht zuletzt die Hochwassenkatastrophe im Jahre 1965 dürfte mit dazu beigetragen haben, daß die Drainage nicht ausreichend funktionierte, wodurch bedauerlicherweise immer wieder erhebliche Schäden am Rasen entstanden. Im Jahre 1976 konnte dann sowohl das Spielfeld als auch die neu geschaffene Tribüne ihrer Bestimmung übergeben werden.

Aufgrund der gestiegenen Mitgliederzahlen und des inzwischen erheblich größeren Sportangebotes mußte festgestellt werden, daß die derzeitige Umkleidehalle auf dem Ahlesportplatz in keiner Weise den bestehenden Anforderungen gerecht wurde. Vorstand und Mitglieder des Vereines begannen daher bereits 1985 Pläne für eine Umgestaltung auszuarbeiten. Aufgrund sehr strenger Reglementierungen seitens verschiedener Kostenträger dauerte es bis zum Jahre 1987, ehe ein Kompromiß gefunden wurde, der den Belangen des Vereines genügte, gleichzeitig jedoch eine Bezuschussung durch den Landkreis sicherte. Bei Planung und Ausführung fand der TSV, wie schon bei früheren Bauvorhaben, große Unterstützung bei der Gemeinde Reinhardshagen.

Aufgrund des inzwischen zu kleinen Geräteraumes wurde das Gebäude um einen ca. 11 m x 4 m großen Anbau erweitert, in den die Umkleideräume integriert wurden. Die gesamte Innenaufteilung der Halle wurde geändert. Heizung, Duschen sowie die Wasserversorgung wurden komplett erneuert. Das bestehende Dach wurde isoliert und neu gedeckt. Im Bereich der Außenanlage wurde die teilweise zerschlissene Teerdecke durch Pflaster ersetzt und zudem mit einer ca. 12 m x 5 m großen Pergola überdacht.

Die Durchführung der Baumaßnahmen zeigte wieder einmal, daß die Mitglieder des TSV in außergewöhnlichen Situationen auch zu außergewöhnlicher Leistung fähig sind. Die gesamten Baumaßnahmen wurden mit Ausnahme der Estrich- und Pflasterarbeiten in Eigenleistung erbracht. Baubeginn war der 16.05.1987. Am 16.08.1987 waren die Innenarbeiten und die Erstellung des Anbaues soweit abgeschlossen, daß eine Nutzung der Halle für den Sportbetrieb wieder möglich war. Dusche, Heizung und sämtliche Installationen waren fertiggestellt, Umkleide- und Geräteräume waren zu benutzen, wenngleich die Malerarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.

Es wundert nicht, daß die Motivation der Vereinsmitglieder nach diesem Kraftakt unter erheblichen Zeitdruck etwas nachließ, so daß der Außenputz und das Streichen der Außenfassade erst im Jahre 1989 abgeschlossen wurden.

Ohne die Arbeit der übrigen Vereinsmitglieder zu schmälern, sollen an dieser Stelle die Sportkameraden Gerold und Fritz Wallbach besonders genannt werden. Gerold Wallbach, seit 1994 auch 1. Vorsitzender des TSV, trug für die Arbeitseinteilung Sorge, so daß für die jeweiligen Arbeiten die entsprechend qualifizierten Leute in ausreichender Zahl vorhanden waren. Fritz Wallbach übernahm aufgrund seiner Fachkenntnis die Bauleitung in aufopfernder Weise. Beide leisteten zudem die meisten Arbeitsstunden. Weiterhin gilt unser Dank dem Sportkameraden Werner Lotze, der durch einen tragischen Unfall bei den Maurerarbeiten einen komplizierten Beinbruch erlitt.

Die Gesamtkosten des Umbaus beliefen sich auf DM 120.000,00, wovon der Landkreis Kassel DM 15.000,00 und die Gemeinde Reinhardshagen DM 40.000,00 übernahmen. Die restliche Summe von DM 65.000,00 investierte der TSV Vaake in Form von Eigenleistungen. Insgesamt wurden von den Mitgliedern 2.690 Arbeitsstunden geleistet.

Nachdem der Ahlesportplatz in den Jahren 1985 – 1987 nochmals eine komplett neue Rasendecke erhielt, wäre der Verein nunmehr eigentlich in der glücklichen Lage gewesen, über eine moderne und intakte Sportanlage zu verfügen. – Er wäre eigentlich in der Lage gewesen –

Aber wie schon seinerzeit bei der Hochwasserkatastrophe, so gab es auch dieses Mal einen Wermutstropfen. Bei Messungen an dem mit Kieselrot bedeckten Lauf- und Sprunganlagen wurde im Jahre 1991 eine erhöhte Dioxinbelastung festgestellt. Die gesamte Anlage wurde daraufhin zunächst für den Spielbetrieb gesperrt. Da die Belastung nach den ersten Erkenntnissen jedoch nicht als sehr hoch eingeschätzt wurde, gab man die Rasenfläche nach Abdeckung der Kieselrotflächen mit Kunststoffplanen wieder frei.

Im Jahre 1993 erfolgte ein weiteres Gutachten, das ein schockierendes Ergebnis zeigte. Die Belastung der Laufbahn betrug an verschiedenen Stellen eine um das "47.000fache" über dem zugelassenen Grenzwert liegende Belastung. Die zunächst logische Konsequenz war die erneute umgehende Sperrung der gesamten Anlage. Da das Problem der Entsorgung des dioxinverseuchten Kieselrotes nicht auf Gemeinde-, sondern auf Landesebene zu entscheiden war, dauerte es bis November 1994, bevor mit den Entsorgungsarbeiten begonnen wurde. Es besteht nunmehr die Hoffnung, im Jahr des 100jährigen Jubiläums den Ahlesportplatz wieder nutzen zu können.

(Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des TSV Vaake. Geschrieben im Jahr 1994/1995 von Harald Wallbach)

1995
  • Die Grillhütte wurde gebaut
  • Die Fläche (ca. 140qm) vor der Grillhütte wurde gepflastert
  • Die Sprunggrube wurde versetzt
  • Bewegungsmelder an der Halle angebracht
  • Die Fenster an der Umkleidehalle wurden vergittert
1996
  • Einbau einer Küche (Kosten: 5.400,00 DM)
1997
  • Übertragung der Sportplatzpflege von der Gemeinde Reinhardshagen an den TSV
  • Kauf und Aufstellung einer Garage
2006
  • Bandenwerbung auf dem Ahlesportplatz
2009
  • Die kompletten Sitzbänke des Ahlesportplatzes wurden ausgetauscht
  • Erneuerung aller Fenster an der Umkleidehalle
2010
  • Austausch alter Heizöltanks (Plastiktanks mit 4.500L) gegen doppelwandige Tanks (4.000L)
2011
  • Erneuerung des Dach der Pergola
  • Renovierung der Toiletten