Forstmeisterrunde: von der Kühbacher Wiese zum Pauli-Stein

Nordic Walking Tour am 10. September 2018 unter der Leitung von Übungsleiterin Heidi Schrenk

Der neue Wanderweg geht von der Kühbacher-Wiese ( 10 ha bzw. 100.000 qm) am Mergells Klumpsen* vorbei, zur höchsten Quelle, dem Staufenberger Born von 410 m Höhenlage, als Rundweg (5,5km) zurück zum Parkplatz. Hier entspringt der längste Bach im Reinhardswald, die Holzape. Durch den Bannwald (strengster Naturschutz) am großen Staufenberg führt der Weg nach Süden zur umgebrochenen Schweinseiche, neben der Kurfürstenschneise, Richtung Veckerhagen.

Am Großen Kurver-Weg steht nahebei der Gedenkstein von Forstmeister Heinrich Ludwig Pauli, der 1908 auf der Jagd an Herzschlag starb. Er hatte sich sehr für den Tourismus und das Wandern eingesetzt. Auf dem besagten Weg geht es nach Westen, am alten verfüllten Kirchensteinbruch vorbei, zurück zur Kühbacher Wiese. Diese Strecke führt durch die 2017 eingeführte Kernzone Naturschutz. Franz Kühbacher war als letzter Forstmeister vor der NS-Zeit, ein Schwiegersohn von Forstmeister Pauli. Carl Friedrich Mergell hat die Wiederaufforstung der Reinhardswald-Hochflächen ab 1844 als Oberförster in Veckerhagen vorangebracht, um die Hute des Viehs mit Holzbesatz in Einklang zu bringen.

Ein Altfichtenkranz als Rest eines Klumpses:

*Info aus dem Internet von HessenForst:

https://www.hessen-forst.de/forstamt-reinhardshagen-das-forstamt-besonderheiten-2214.html

Diese 1840 eingeführte eigenwillige Anbauform stellt einen Kompromiss zwischen den Forderungen der Forstwirtschaft und dem damals geltenden Huterecht dar. Hierbei wurde ein 16 m² großer Quadrat- bzw. Dreiecksverband "aufgehügelt" und mit einem tiefen Graben gegen Wild und Hutevieh versehen. Auf den Außenrand des Grabens pflanzte man Fichten, während in die Mitte dieser so genannten Klumpse als Zugeständnis an die Huteberechtigten ein Eichenheister gesetzt wurde.
Nach der forstwirtschaftlichen Nutzung der Fichten sollten so die erwachsenen Eichen in die Mastproduktion übergehen. Da die Eichen zumeist vorzeitig von den Fichten überwachsen bzw. genutzt wurden, kann man heute oft nur einen Altfichtenkranz als Rest der Klumpse finden. Sie zeigen, dass locker im Freistand stehende Fichten auch in Plateaulagen über lange Zeiträume Stürmen standhalten können.

Verfasser: Siegfried Lotze, Reinhardshagen