Die Sparte Fußball

Sparte Fußball / Chronik 1995

"Mehr als 60 Jahre Fußball im TSV Vaake"

Wie eng die Geschichte des Vereins mit der Entwicklung des Fußballsports in unserer Ortschaft verbunden ist, wird mit dem Blick in die anläßlich des 100. Geburtstages des TSV Vaake überarbeitete und neu verfaßte Vereinschronik hinreichend deutlich:

Im gleichen Maße wie der Verein seit der Gründung der Fußballsparte im Jahre 1932 bis heute den fußballbegeisterten Sportlern (und später auch Sportlerinnen) eine wohlbehütete Heimat mit viel Verständnis für die Belange des Fußballs bot, so haben die Fußballer über die Jahrzehnte hinweg, begleitet von einem immer weiter gestiegenen Stellenwert des Fußballs in unserer Gesellschaft, das Vereinsleben "mit und ohne Ball" weitgehend beeinflußt, wenn nicht sogar geprägt.

Das Vereinsjubiläum gibt Anlaß, sich die Anfänge des Fußballs im damaligen "Turnverein Vaake" über die Aufwärtsentwicklung nach 1954 und die erfolgreichsten Jahre zwischen 1968 und 1982 bis zur Bildung der heutigen Spielgemeinschaft mit dem VfL Veckerhagen als "SG Reinhardshagen" ein wenig in Erinnerung zu bringen.

Wie sich im späteren Verlauf der Geschichte noch zeigen sollte, erwiesen sich mit den aus dem Ruhrgebiet an die Weser übergesiedelten Stanislaus Pawlowski und Heinrich Plankert "ausgerechnet" zwei "Zugereiste" als wahrer Glücksfall für den Vaaker Fußball. Ihnen ist es mit ihrer mitgebrachten Fußballbegeisterung zuzuschreiben, daß es im damaligen "Turnverein Vaake" 1932 zur Gründung einer Sparte Fußball kam, wodurch sich der Verein dann in "Turn- und Sportverein Vaake" umbenannte. Damals gab es nur eine Seniorenmannschaft, die sich vorwiegend aus Turnern gebildet hatte. Neben den schwierigen wirtschaftlichen und zunehmend auch angespannteren politischen Verhältnissen dieser Zeit hatten es die Fußballer auch sonst nicht gerade leicht, ihrem Sport mit großer Freude ungetrübt nachzugehen, denn sie bekamen mit der Spartengründung die Auflage, alle Unkosten wie etwa für die Anschaffung der Spielkleidung, für Bälle, Netze usw. selbst zu tragen.

Noch bevor sich der Fußball so richtig entwickeln konnte, war es mit der ersten Euphorie auch schon vorbei. Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und der sehr schnell einhergehenden Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft wurde der Verein 1933 durch die Nazis in Parteiregie übernommen. Leider fehlen jegliche Unterlagen aus dieser Zeit – der Zeit, die mit der bis 1945 andauernden nationalsozialistischen Schreckensherrschaft als dunkelstes Kapitel in die Geschichte des deutschen Volkes eingegangen ist. Bekannt ist lediglich, daß ab 1935 praktisch kein Sportbetrieb mehr stattfand. Es wäre zu wünschen, wenn nach nunmehr 50 Jahren eine Aufarbeitung (z. B. für die Reinhardshäger Ortschronik) erfolgen würde.

Mit dem Neuaufbau des Vereins 1946, der seit 1932 weiter seinen Namen "TSV Vaake" führte, wurde neben der Sparte "Turnen" unter der Leitung von Karl Rettberg auch wieder die Fußballsparte mit August Hönack an der Spitze ins Leben gerufen. Das schnelle Aufblühen war aber leider nur von kurzer Dauer. Durch die Währungsreform und die mit ihr verbundenen finanziellen Schwierigkeiten ging der Mitgliederbestand und der Sportbetrieb immer mehr zurück, bis der Fußball 1950 völlig zum Erliegen kam. Nach diesem Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte mit nur noch 39 Mitgliedern in 1954 gelang es unter der Vereinsführung von Reinhard Poßner und durch das engagierte Bemühen des damaligen 2. Vorsitzenden Heinrich Pelz, nicht nur zum Ende des Jahres den Mitgliederbestand auf 60 anzuheben, sondern insbesondere wieder eine Fußballmannschaft auf die Beine zu stellen. Edwin Götte wurde zum Trainer gewählt und erneut übernahm August Hönack die Spartenleitung – ein zweiter Anfang nach den erschütternden Kriegs- und entbehrungsreichen Nachkriegsjahren war gemacht.

Als Sportplatz diente seit 1946 eine Wiese am Grenzweg an der B 80, wo heute die Forstl. Versuchsanstalt Anpflanzungen vornimmt. Bereits 1954/55 wurden gemeinsam mit der Gemeinde Vaake aufgrund der gefährlichen Lage des Sportplatzes direkt an die B 80 Überlegungen zum Neubau eines Sportplatzes angestellt, der letztlich im Tal der "Nasse Ahle" errichtet werden sollte.

Noch im Zuge der Wogen der Begeisterung, die die Deutsche Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Fußball Weltmeisterschaft 1954 in Bern ausgelöst hatte, nahm auch in Vaake wie in vielen anderen Vereinen das Interesse am Fußball unter den Jugendlichen stark zu. Bis 1957 aber dauerte es, ehe eine (vom Alter her gemischte) Jugendmannschaft gemeldet werden konnte. Unter der Spartenleitung von Hans Wenzel und der Jugendleitung unter Günter Musmann erreichte die erfreuliche Entwicklung 1961 einen ersten Höhepunkt, als neben einer A-Jugend auch eine B- und eine C-Jugend am Spielbetrieb teilnahmen. 1961 gewann die B-Jugend überlegen die Kreispokalspiele und 1962 vertrat die A-Jugend den Kreis Hofgeismar auf Bezirksebene, wo man auch gegen den damaligen Süddeutschen Meister, den KSV Hessen Kassel, spielte. 1962 verfügte der TSV Vaake über die größte Fußball-Jugendabteilung im Kreis Hofgeismar – eine Grundlage, auf der große spätere Erfolge möglich werden sollten.

Bereits 1963 gelang der durch viele A-Jugendliche stark verjüngten und verstärkten Seniorenmannschaft mit Henry Wachs als Trainer und unter der Spartenleitung von Hans Wenzel der Aufstieg aus der C- in die B-Klasse. Damit hatte sich der TSV Vaake endgültig die Anerkennung im Fußballkreis erworben und sich zugleich selbst die Plattform geschaffen, um schon wenige Jahre später – wer hätte das gedacht – sogar den Aufstieg in die A-Klasse zu erreichen. Eine der erfolgreichsten, wenn nicht die erfolgreichste Phase im Vaaker Fußball sollte damit eingeleitet worden sein.

Vorausgegangen waren lehrreiche Jahre, in denen sich die Mannschaft schnell zu einem Spitzenteam in der B-Klasse entwickelte. Erstmalig wurde man 1968 Meister dieser Klasse, doch mußte man sich dem punktgleichen TSV Meimbressen im Entscheidungsspiel in Hohenkirchen unglücklich mit 2:3 geschlagen geben. Die Mannschaft steckte den Kopf aber nicht in den Sand, nahm einen neuen Anlauf und wurde – wohl auch getragen von der Freude eines jeden Fußballspielers, mit dem am 18.08.1968 übergebenen neuen Sportplatz im Ahletal endlich den langersehnten "ebenen Rasenteppich" unter den Stollen zu haben – ungeschlagen Gruppensieger der damals zweigleisigen B-Klasse. Als Endspielgegner stand dem TSV mit dem VfL Veckerhagen ausgerechnet der "ewige Lokalrivale" gegenüber.

Unvergessen sind die an Spannung und Dramatik kaum zu überbietenden Fußballschlachten, die den TSV nach dem 3:2 Erfolg auf dem heutigen Lagergelände des Säge- und Hobelwerkes Oberweser in Veckerhagen zunächst als Sieger vermuten ließen. Doch der VfL drehte den Spieß mit einem 1:0 Sieg in Vaake noch einmal um, und die Entscheidung mußte in einem dritten Spiel auf neutralem Platz in Grebenstein herbeigeführt werden. Während schon die beiden Spiele in Veckerhagen und Vaake nahezu die gesamte Dorfbevölkerung der Wesergemeinde zu elektrisieren schien, fanden sich in Grebenstein nach offizieller Berichterstattung über 1.000 (!) Zuschauer ein. Für den Chronisten bleibt ein 1:0 Sieg des TSV Vaake über den VfL Veckerhagen zu konstatieren, den Werner Haase nach einem angeschnittenen Eckball Helmut Friedborns auf den zweiten Pfosten mit einem Kopfball in der 25. Minute ermöglichte.

Doch dieser, in der Erinnerung vieler oft als "historisch" bezeichnete Erfolg sollte nicht nur den 1. Aufstieg zur A-Klasse Kassel in der Vereinsgeschichte bedeuten, sondern die Fußballbegeisterung in Vaake auf eine bis heute unerreichte Spitze treiben. Natürlich kann dabei nicht unberücksichtigt bleiben, daß es der Fußball in den kleinen Vereinen und Ortschaften zu dieser Zeit zwar auch schon nicht leicht, aber im Vergleich zu heute vielleicht doch ein wenig leichter hatte, denn ein ganz anderer Resonanzboden war gegeben. Die Bundesrepublik hatte ihre wirtschaftlichen Blütejahre erlebt, der Wohlstand der Gesellschaft stieg auf breiter Front, Kinder und kinderreiche Familien – und damit Nachwuchsfußballer – waren keine Seltenheit, Alternativen zu sportlicher Betätigung – zumindest populäre – waren noch rar und das Freizeitangebot für Jugendliche und Erwachsene war schlechthin bei weitem nicht mit dem von heute zu vergleichen. Bestimmt sind damit nicht alle Gründe, vielleicht aber die wesentlichsten genannt. Fußballerisch waren es die noch jungen Jahre der Fußball-Bundesliga, die Zeit erster großer Erfolge im Europapokal durch Borussia Dortmund 1966 und Bayern München 1969 und des großen Auftretens unserer Nationalmannschaft bei der WM 1966 in England. Auch diese erfolgreiche nationale und internationale Entwicklung des deutschen Fußballs verschaffte dem Fußballsport in den Vereinen hilfreichen Rückenwind.

Mit dieser kleinen Betrachtung über den Ortsrand hinaus sollen aber keineswegs die Erfolge dieser Jahre erklärt, sondern lediglich einmal aus einem anderen Winkel beleuchtet werden – denn guter und erfolgreicher Fußball braucht neben talentierten, begeisterungsfähigen und leistungsbereiten Spielern stets auch einen ebenso guten Nährboden, gemeint ist das "Umfeld".

Und genau diese Mischung hat zu jener Zeit einfach gestimmt. Man verfügte mit Stürmern wie Werner Dolle, Reinhard Mai, und Heinz Poßner, Mittelfeldspielern wie Walter Lotze, Werner Haase und Helmut Friedeborn, Klaus Schmidt und Walter Salomon und Abwehrspielern wie E. Jürgen Radtke, Karl-Heinz Gerlach oder Günter Schröder, Reinhard Hochberger und Wolfgang Ude sowie mit den Torhütern Ferdi Dolle und Berthold Wallbach nicht nur über eine hervorragende Mannschaft, die alle Tugenden in sich vereinigte, sondern man besaß auch einige außergewöhnliche Fußballspieler in seinen Reihen. Trainiert wurden die Fußballer damals von Heinz Knöpfel (1965 – 1967) und von Henry Wachs (1967 – 1970), der mit der Mannschaft den A-Klassen-Aufstieg erreichte.

Der "gute Nährboden" in den 60er Jahren wurde unter der jahrelangen Aufbauarbeit von Hans Wenzel (1958-1965) und Josef Schilling (1966-1968, später noch von 1970-1976) als Spartenleiter von den Jugendleitern Günter Musmann und Herbert Pelz bis 1962, im wesentlichen aber durch die engagierte Jugendarbeit von Josef Schilling (1963-1966) und Ewald Pawlowski ab 1967 bereitet, und für die notwendige Anerkennung und Unterstützung sorgten treue Fans in großer Zahl. Unmittelbar nach dem Aufstieg und zu Beginn der 70er Jahre war es keine Seltenheit, daß 300 oder 400 Zuschauer die Auftritte ihrer 1. Mannschaft im Ahletal verfolgten. Schließlich war es für den Seniorenfußball auch sehr wichtig, daß man bereits seit Anfang der 60er Jahre über eine 2. Mannschaft (damals sagte man "Reserve") verfügte und sich zur gleichen Zeit eine Altherren-Mannschaft gebildet hatte.

Gleich im ersten Jahr der neuen Klassenzugehörigkeit mischte der TSV die Konkurrenz kräftig auf und machte deutlich, daß man in der A-Klasse nicht bloß einmal schnuppern, sondern sich dort durchaus über eine längere Zeit festsetzen wollte. So überraschte es bald niemanden mehr, daß sich die Mannschaft nach einer tollen Serie auch in den folgenden Jahren stets im oberen Tabellendrittel wiederfand. 1970 hatte mit Heinz Schmittchen aus Kassel erstmals ein lizenzierter Trainer die Mannschaft übernommen, Tibor Englerth mit seinem Wechsel zum TSV Vaake die Mannschaft erheblich verstärkt und durch das Nachrücken guter Jugendspieler wie Fredy Hofmann, Günter Damm, Hans Winter und Manfred Ude sowie den Zugang von Norbert Röhrig konnte das Ausscheiden "alter Kämpfer" wie Günter Schröder und Walter Salomon aufgefangen werden. Unter Heinz Lämmer aus Hohenkirchen, der Heinz Schmittchen 1972 ablöste und bis 1975 die Mannschaft trainierte, konnte der TSV noch einmal gute Jahre erleben. Doch schon bald zeichnete sich ab, daß die Mannschaft ihren Zenit erreicht hatte und fortan gegen das Gespenst "Abstieg" kämpfen mußte. Nach einer völlig verkorksten Saison unter Rainer Schweinbraten aus Kassel, von dem man sich noch einmal eine Belebung versprochen hatte, konnten weder Heinz Knöpfel (1976 – 1978) und Ferdi Dolle (1978 – 1979) trotz ihres großen Einsatzes noch die Spartenleitungen unter Führung von Willi Küchmann (1976 – 1977) und Heinz-Erich Salomon (1978 – 1980) den sportlichen Niedergang verhindern. Schließlich mußte der TSV Vaake nach 10 Jahren A-Klasse den bitteren Gang zurück in die B-Klasse antreten, nachdem am 20.05.1979 mit einer 1:3 Niederlage gegen Altenhasungen/Oelshausen der Abstieg besiegelt war.

Als durchaus erfreulich kann man aber die vielen Entwicklungen bezeichnen, die sich neben dem Seniorenfußball in diesen vergangenen 10 Jahren natürlich auch ereigneten. besonders zu erinnern ist dabei an die erstmalige Gründung einer Damen-Mannschaft in 1976, die mit Beginn der Serie 1976/77 am Spielbetrieb teilnahm. Einem Bericht des damaligen Vorsitzenden Wigor Wallbach in der Jahreshauptversammlung am 17.01.1976 zu Folge, hatten sich 16 junge Damen und Mädchen zusammengefunden. Das erste Spiel überhaupt, ein Freundschaftsspiel gegen die TSG Münden, ging mit 0:6 verloren und wurde mit folgender Aufstellung bestritten: Heidrun Seute, Marion Koch, Birgit Köther, Gabi Köther, Vera Oehlbrecht, Heidi Pohl, Petra Reetze, Marion Vogt, Sigrid Lang, Sigrid Rettberg, Traudel Pelz und Sigrid Gunkel. Der erste Sieg ließ nicht lange auf sich warten und wurde im ersten Heimspiel auf dem Ahlesportplatz am 07.08.1976 mit 4:2 gegen den VfV Oberode errungen. Große Anerkennung und Verdienste um den Damenfußball erwarb sich Kurt Vogt, der – schon bald von Erfolg getragen – wahre Pionierdienste leistete und aus einem anfangs eher belächelten "Hühnerhaufen" eine "echt gute" Fußballmannschaft formte, was die wenigsten der zunächst vielen kritischen männlichen Betrachter je für möglich gehalten hätten. Kurt Vogt trainierte und kümmerte sich von Beginn an bis 1985 um "seine Damen", als sich die Mannschaft in erster Linie aus verständlichen familiären Gründen auflöste. Doch schon nach wenigen Jahren der Unterbrechung sollten fußballbegeisterte junge Frauen den Damenfußball im TSV wieder ins Leben rufen.

Im Jugendbereich zeichnete sich zunehmend das Bild ab, daß man in den untersten Altersstufen zwar über genügend, in den höheren aber über zu wenig Jugendliche verfügte, um weiterhin C-, B- oder A-Jugendmannschaften zum Spielbetrieb melden zu können. So ergab sich schon Anfang der 70er Jahre sinnvoller Weise eine Zusammenarbeit mit dem VfL Veckerhagen in der Form, daß man sich gegenseitig Jugendspieler überließ, mit dem Ziel, entweder unter dem TSV oder unter dem VfL, letztlich alle Altersklassen zum Spielbetrieb anmelden zu können. Zum Serienbeginn 1973/74 wurde erstmals offiziell fusioniert und eine SG Reinhardshagen im Jugendbereich vereinbart, die bis 1977 andauern sollte.

Schnell wurde deutlich, daß auf der Grundlage einer solchen "Zweckgemeinschaft" auch wieder Erfolge zu erzielen waren. Kreismeistertitel, zuvor für beide Vereine kaum zu erreichen, stellten sich nun in gern gesehener Regelmäßigkeit zwischen 1971 und 1976 jährlich ein. Die gemeinsame B- und A-Jugend spielte 1974 und 1976 sogar in der Bezirksklasse.

Daß mit dem Abstieg der 1. Mannschaft 1979 aus der A-Klasse nicht – wie so häufig in solchen Situationen – ein Zusammenbruch im Seniorenbereich erfolgte, war im wesentlichen dem entschlossenen Handeln der Spartenleitung und des Vorstandes zu verdanken, die in berechtigter Sorge um die Fortführung des Fußballs im TSV Vaake einen mutigen Schulterschluß vollzogen. Man war bereit, zur richtigen Zeit für einen guten Mann auch gutes Geld zu investieren – und durch weitere günstige Umstände gelang mit der Verpflichtung von Rolf Kulle als Spielertrainer ein wahrer Coup, wie sich nach sehr kurzer Zeit schon herausstellen sollte. Wie ein Lauffeuer machte die Nachricht die Runde, und als ungeahnte Folge brach im Kreise der Spieler und Anhänger große Begeisterung aus. Hinzu kam, daß mit Hendrik Klinsing und Siegmund Dorozynski zwei weitere erfahrene Spieler der TSG Münden sich unserem Verein anschlossen. Die älteren Spieler wie Reinhard Mai und Tibor Englerth, erhofften sich noch einmal bessere Zeiten und "hängten" noch eine Serie dran. Wie sehr sie der Mannschaft und sich selbst einen Gefallen erwiesen, konnten sie nicht geahnt haben.

Schon die Saisonvorbereitung zeigte, daß aus der demoralisierten Truppe wieder ein starkes Team werden sollte. Optimistische Stimmen sprachen vom Wiederaufstieg. In der Tat begann der Serienstart auch mit einem Paukenschlag: Mit einer spieltechnischen Vorstellung wie man sie seit Jahren auf dem Ahlesportplatz nicht mehr gesehen hatte, wurde der Mitabsteiger FSV Hohenkirchen mit 1:6 nach Hause geschickt. Der TSV Vaake übernahm mit diesem Auftakt nach Maß am 1. Spieltag die Tabellenführung und sollte sie – mit einer Ausnahme am 10. Spieltag, als man nach der einzigen Heimniederlage der Saison gegen Deisel wegen einem Spiel weniger auf den 2. Platz rutschte – bis zum letzten Spieltag ununterbrochen behalten. In diesem Jahr des sofortigen Wiederaufstiegs in die A-Klasse stellte der TSV Vaake in jeglicher Hinsicht eine überragende Ausnahme dar. Der Meistertitel wurde bereits frühzeitig vor Abschluß der Spielserie, am Ende bei 48:8 Punkten und 102:33 Toren mit 7 Punkten Vorsprung vor dem TSV Deisel, errungen. Zu Hause erreichte man 25:3 und auswärts 23:5 Punkte.

Die Gründe für diese enorme Leistungssteigerung waren natürlich vielschichtig, in erster Linie aber ohne jeden Zweifel auf die "außergewöhnliche Klasse" eines Rolf Kulle als Spielmacher, Torschütze und Trainer und eines Liberos Hendrik Klinsing zurückzuführen. Hinzu kam, daß sich die Mündener in Vaake außerordentlich wohlfühlten und sie ihrerseits auch viel zu einer phantastischen Kameradschaft in dieser Zeit beitrugen. Dieses tolle Klima steckte an, und viele Spieler entwickelten sich weiter, so daß man regelrecht beobachten konnte, wie die Mannschaft dazu lernte. Erinnern muß man sich auch, daß nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Torhüter Gerold Wallbach während der Serie Rolf Kulle mit seinem "alten Bekannten" Udo Häde sofort gleichwertigen Ersatz herbeizauberte. Schließlich war auch "Fußball-Vaake" wieder neugierig geworden und kaum ein Auftritt von Kulle, Klinsing und Co. wurde ausgelassen. Mit dieser Euphorie und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen nahm der TSV Vaake dann im nächsten Jahr in der A-Klasse seinen zweiten Anlauf. Mit Ingo Großheim aus Hann. Münden vom FSV Lohfelden und Wolfgang Bertelmann, aus Witzenhausen kommend, schlossen sich zwei weitere Spieler dem TSV an, die gut ins Konzept paßten. Von Beginn an zeigte die Mannschaft, daß sie in der Lage war, auch als Aufsteiger ein gehöriges Wörtchen mitzusprechen.

Einem hervorragenden ersten Jahr in der A-Klasse folgte ein durchaus erfolgreiches zweites, in dem man aber schon spürte, daß ein wenig Sand ins Getriebe zu geraten schien. Rolf Kulle selbst verspürte dies als erster, glaubte die Mannschaft nicht mehr motivieren zu können und bat nach drei überaus erfolgreichen Jahren als Spielertrainer in Vaake um seine Vertragsauflösung. Andererseits zog es ihn wie auch Hendrik Klinsing noch einmal zu seinem Heimatverein nach Münden, wo beide mit der TSG den Aufstieg in die Landesliga erreichen konnten.

Allen war klar, daß die Mannschaft diese Spielerabgänge nicht würde verkraften können, zumal Tibor Englerth und Harald Wallbach ihre aktive Zeit in der 1. Mannschaft beendeten. Obwohl Wolfgang Ude als neuer Trainer nach Kräften den Abstieg zu verhindern versuchte, war er nach drei Jahren A-Klassen-Zugehörigkeit 1983 nicht mehr aufzuhalten.

Als erfolgreichstes Ereignis in diesem Jahr bleibt dennoch hervorzuheben, daß die zur Saison 1982/83 zum zweiten Male vereinbarte Spielgemeinschaft im Jugendbereich sogleich Früchte trug und die C-Jugend der SG Reinhardshagen den Kreismeistertitel an die Weser holte. Ein weiterer Kreismeistertitel sollte 1985/86 durch die D-Jugend folgen.

Im Seniorenbereich hatte inzwischen der Generationswechsel eingesetzt, der jeden kleinen Amateurverein vor eine ungewisse Zukunft stellt. Es galt, aus den vielen begeisterungsfähigen jungen Leuten wie Gerald Oehlbrecht, Matthias Funke, Arnulf Rettberg, Bernd Niemeyer, Jörg Andrecht oder Thomas Hellwig eine neue leistungsstarke Mannschaft zu formen. Mit Wolfgang Steller aus Hofgeismar gelang es der Spartenleitung unter Norbert Reusche (1981-85), zu dieser Zeit den richtigen Mann als Trainer zu finden, der – von Beruf Pädagoge – über die geeigneten Mittel verfügte. Er bewahrte den TSV vor dem durchaus zu befürchteten "freien Fall", und bald war abzusehen, daß auch in den nächsten Jahren in Vaake guter Fußball gespielt werden würde. Wolfgang Steller trainierte die Mannschaft bis 1985, worauf er von Hendrik Klinsing, der sich mit seiner Familie in Vaake niedergelassen hatte, als Spielertrainer abgelöst wurde.

Mit seinen inzwischen 40 Jahren und seiner beinahe profihaften Einstellung zum Fußball gelang es Hendrik Klinsing, alle Kräfte noch einmal kurzfristig zu bündeln, und Plazierungen im oberen Tabellendrittel waren die Folge. Trotz seiner ehrgeizigen Trainingsarbeit ließ sich aber nicht verhindern, daß die sich bereits zu jener Zeit abzeichnende Nachwuchsprobleme zu einer ernsten Krise im Seniorenfußball führen würde. Genauso mußte man aber auch zur Kenntnis nehmen, daß mit dem vorhandenen Spielermaterial an bessere Zeiten so schnell nicht zu denken war.

Durch einen vereinsinternen Trainerwechsel, Dirk Wallbach übernahm die Mannschaft 1988, erhoffte man sich noch einmal eine Belebung, die erfreulicherweise auch eintrat, weil Dirk Wallbach zum einen von seinen ehemaligen Mannschaftskameraden voll akzeptiert wurde und er sich zum anderen in die für ihn neue Aufgabe durch großes Engagement überraschend schnell und gut einfand. Eine nicht unbedeutende Rolle spielte in dieser Phase auch, daß einige abwanderungswillige Spieler gehalten werden konnten, mit Jürgen Bailly vom MSV Münden ein Reinhardshäger wieder an die Weser zurückkehrte und die älteren Spieler wie Volker Vecera und – allen voran – Ulrich Pallinger noch einmal die Ärmel hochkrempelten. Ulrich Pallinger sollte übrigens als bisher einziger Spieler in der Geschichte des TSV Vaake 20 Jahre (!) ununterbrochen in der 1. Mannschaft gespielt haben, ehe er 1992 in der SG Reinhardshagen – so wie er begonnen hatte, nämlich als rechter Verteidiger – seinen Rücktritt erklärte.

Daß Dirk Wallbach der vorerst letzte Trainer der Seniorenmannschaften des TSV Vaake sein sollte, war weder absehbar noch beabsichtigt. Vielmehr setzte unter den aktiven Spielern beider Reinhardshäger Vereine verstärkt die Diskussion um die Bildung einer Spielgemeinschaft ein, die in verantwortungsvoller Weise von dem seit 1985 tätigen Spartenleiter Jürgen Wiemer aufgegriffen und behutsam in die Wege geleitet wurde. Für jeden, der es sehen wollte, war erkennbar, daß der TSV Vaake wie der VfL Veckerhagen in absehbarer Zukunft nicht mehr über genügend Spieler für zwei Seniorenmannschaften verfügen würde. Hinzu kam, daß viele Leistungsträger der natürlichen Altersgrenze sehr nahe kamen und inzwischen einige gute Reinhardshäger Fußballspieler ihre Heimat in Richtung Hann. Münden verlassen hatten, weil sie sportlich am Ort keine Zukunft sahen. Insofern war eine Spielgemeinschaft das Gebot der Stunde, bevor noch weitere Spieler Reinhardshagen verlassen würden.

Schließlich trugen beide Vereine der eingetretenen Entwicklung Rechnung und gründeten zum Beginn der Spielserie 1990/91 die SG Reinhardshagen. Grundlage für die Zusammenführung der Fußballsparten beider Vereine – mit Ausnahme der Altherrenfußballer – bildet eine detaillierte vertragliche Regelung, die auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wurde. Die Kernpunkte des Vertrages sehen vor, daß die Kosten von beiden Vereinen zu gleichen Teilen getragen werden, wobei der Bedarf von Jahr zu Jahr neu ermittelt wird. Zuständig für die Abwicklung aller Angelegenheiten innerhalb der SG ist ein eigener Vorstand, der sich aus je drei Vertretern beider Vereine zusammensetzt, wobei die jeweiligen Sparten- und Jugendleiter kraft Amtes dem SG-Vorstand angehören. Wahrzunehmen sind die Ämter des 1. und 2. Vorsitzenden (der Vorsitz wechselt alle zwei Jahre zwischen dem Spartenleiter des TSV und des VfL), des Jugend- und stellv. Jugendleiters sowie des Kassierers und des Schriftführers. Wesentlich ist, daß die Spieler weiterhin ihren Stammvereinen angehören, denn die SG hat keine eigene Rechtsfähigkeit und ist kein eigener Verein. Hinsichtlich der Vereinsfarben entschied man sich in Anlehnung an die Gemeinde Reinhardshagen für grün und weiß. Die Heimspiele werden in der Vorrunde in Vaake und in der Rückrunde in Veckerhagen ausgetragen. Der SG-Vertrag wurde von den Vereinsvorständen des TSV und des VfL am 20.05.1990 unterzeichnet und hat sich bis heute hervorragend bewährt.

Unter dem Vorsitz von Jürgen Wiemer gehörte dem ersten SG-Vorstand 1990 Ulfert Janßen als 2. Vorsitzender, Gunter Wenzel als Jugendleiter, Udo Vecera als stellv. Jugendleiter sowie Heinz-Erich Salomon als Kassierer und Hans-Jürgen Kampf als Schriftführer an.

Im Jahr des 100jährigen Jubiläums des TSV Vaake bekleidet Udo Wallbach das Amt des 1. Vorsitzenden und Ulfert Janßen ist turnusgemäß wieder 2. Vorsitzender. Als Jugendleiter ist Gunter Wenzel und Jörg Schmahl als stellv. Jugendleiter tätig, während die Kassengeschäfte von Walter Schmidt wahrgenommen werden und Berit Nolte als Schriftführerin tätig ist.

Den Spielbetrieb zur Saison 1990/91 nahm die SG mit drei Seniorenmannschaften in den Kreisligen A, B und C und einer Damenmannschaft, die im TSV unter der Leitung von Dieter Salomon 1988 einen erfolgreichen neuen Anlauf gestartet hatte, sowie mit sieben Jugendmannschaften auf. Mit Wolfgnag Teichert aus Wahnhausen wurde bewußt ein auswärtiger Trainer verpflichtet. Ihm traute man am ehesten zu, den Integrationsprozess zu vollziehen und aus dem nunmehr großen Spielerkader die richtige Mischung für eine neue 1. Mannschaft zu finden.

Obwohl allen Verantwortlichen durchaus bewußt war, daß sich die Startphase sehr schwierig gestalten würde, herrschte viel Optimismus vor. Der war auch nicht unbegründet, denn die Hoffnungen erfüllten sich, daß zunächst so wichtige Spieler wie Wolfgang Bartheld, Frank Ziegler und Luciano Nasuti wegen der erfolgten Bildung der Spielgemeinschaft vom MSV Münden zurückkehrten. Als absoluter Knüller erwies sich Neuzugang Leonardo Marino vom IFC Münden, der aufgrund seiner Torjägerqualitäten bis heute noch für manche Erfolge der SG sorgen sollte.

Zwar mischte die SG vom ersten Jahr an stets in der Spitzengruppe mit, doch immer wieder sollte ihr der inzwischen lang ersehnte Aufstieg in die höhere Klasse (in Folge einer Neuordnung ist das jetzt die Bezirksliga) versagt bleiben. Vielleicht aber gelingt der "Griff nach den Sternen" ausgerechnet dieses Jahr – pünktlich zum Vereinsjubiläum des TSV Vaake -, denn so gut wie im Moment hat die Mannschaft noch nie gestanden. Mit 21:5 Punkten belegt man vor dem Start in die Rückrunde hinter der TSG Hofgeismar den 2. Platz und zählt neben dem Bezirksligaabsteiger zu den ganz heißen Meisterschaftfavoriten.

Die Gründe für die Stärke liegen einerseits darin, daß im Laufe der letzten Jahre mit Hendrik Janßen, Klaus Hensel, Andreas Osenbrügge und Knut Dolle sowie insbesondere zu Beginn dieser Serie mit Torjäger Carsten Munk und Torhüter Horst Munk weitere "Legionäre" aus Hann. Münden und Hemeln zurückgekommen sind und andererseits an der ausgezeichneten Kameradschaft, die sich inzwischen entwickelt hat. Einen nicht unerheblichen Anteil hat auch die engagierte Arbeit des jetzigen SG-Vorstandes und unseres Trainers Heinz-Jürgen Kampf, der die SG vor zwei Jahren übernahm. Schließlich muß man erwähnen, daß sich die verschiedenen Mentalitäten unserer ausländischen Sportkameraden und Freunde immer wieder als belebende Elemente erweisen. Rundum steht inzwischen ein "multikulturelles Team" für die SG Reinhardshagen auf dem Rasen, das im bisherigen Verlauf dieser Serie durch viele begeisternde Spiele bewiesen hat, daß diesmal der Aufstieg nur über die SG Reinhardshagen führt. Von dieser Stelle aus mögen die Spieler, den Trainer und die Verantwortlichen der SG die besten Wünsche des TSV Vaake begleiten, das angestrebte Ziel auch zu erreichen.

Wie erfolgreich es bei der SG zur Zeit läuft, bewiesen auch die beiden anderen Seniorenmannschaften. Die Zweite hat sich von der anfänglichen Talfahrt erholt und inzwischen in der Kreisliga B einen Mittelfeldplatz mit deutlicher Orientierung nach oben eingenommen, während die Dritte, gespickt mit vielen "alten Hasen", in der Kreisliga C sogar die Tabelle anführt.

Gewisse Personalprobleme bei der Damenmannschaft haben dazu geführt, daß man in diesem Jahr an einer Kleinfeld-Runde teilnimmt. Hier gilt es, noch einige Zeit zu überbrücken, bis der starke Nachwuchs der Mädchenmannschaft die Lücken schließen kann. Spätestens dann sollte auch der Damenfußball eine Weiterentwicklung erfahren.

Überaus erfreulich verlief in den 90er Jahren der Jugendfußball in Reinhardshagen. Nach errungenen Kreismeistertiteln durch die F-Jugend unter der Leitung von Dirk Wallbach und die D-Jugend unter der Leitung von Ferdi Dolle und Knut Dolle in 1991/92 gelang sowohl der E-Jugend mit Dirk Wallbach und Reinhard Mai als auch den Bambinis mit ihrem Trainer Jörg Schmahl in der Hallenrunde der gleiche Erfolg in der vergangenen Saison 1993/94.

In der laufenden Spielserie 1994/95 nimmt die SG Reinhardshagen mit acht Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil und steht mit heute rd. 140 aktiven Jugendlichen mit an der Spitze im Kreis Hofgeismar. Am erfolgreichsten spielt derzeit die Mädchenmannschaft als souveräner Tabellenführer mit 12:0 Punkten und 74:6 Toren. Trainerin Birgit Kampf kann schon zur Meisterfeier rüsten. Ebenso gut sind die F-Jugendlichen gestartet. Die Jugendlichen in der B-, C- und D-Jugend haben in dieser Saison dagegen einen schweren Stand, da allesamt den jüngeren Jahrgang darstellen. Die E-Jugend hat die Umstellung von Klein- auf Großfeld zu verkraften und außerdem spielen sie im Kreis Kassel als jüngster Jahrgang mit. Bleibt auch hier zu wünschen, daß die vielversprechenden Leistungen zum Schluß der Serie den Mannschaften und ihren Trainern und Betreuern den erhofften und verdienten Erfolg bescheren.

Diese Fußballnachlese wäre sicherlich unvollständig, wenn nicht auch die Männer und Frauen "in der schwarzen Kluft" Erwähnung finden würden. Der TSV Vaake war bisher immer in der glücklichen Lage, über das geforderte Soll hinaus, Schiedsrichter stellen zu können. Idealisten wie Edwin Wiederhold, Adolf Höller, Berthold Haase, Roland Lotze, Fredi Hofmann, Dieter Salomon und Berit Nolte – um nur einige zu nennen – waren in der Vergangenheit bereit, daß gewiß nicht einfache Amt des Unparteiischen auszuüben. Besonders erwähnen möchten wir den Sportkameraden Herbert Pelz der das Schiedsrichteramt insgesamt 37 Jahre ausübte. Die Höhepunkte seiner Laufbahn waren sicherlich die Einsätze im Gespann mit Karl-Heinz Bertelmann und Heinz Dettmar, wo er als Linienrichter bei den Spielen der Regionalliga zwischen dem KSV Hessen Kassel und Bayern München eingesetzt wurde. Nicht weniger erfolgreich verlief die Schiedsrichterkarriere von Friedrich (Fredi) Brauner. In seiner über fünfundzwanzigjährigen Schiedsrichterlaufbahn war es ihm bisher als einzigem TSV Schiedsrichter vergönnt Spiele der Landesliga zu pfeifen.

Am Altherrenfußball im TSV Vaake spiegelt sich zunehmend die vergangene Entwicklung des Seniorenfußballs immer deutlicher wieder. Während nach der erfolgreichen Aufbauarbeit durch Friedel Schröder insbesondere in den 80er Jahren immer mehr Spieler zu den Altherren stießen und sich dadurch der Kader vergrößerte, treten auch hier inzwischen "Nachwuchssorgen" zutage. Bis heute aber wird noch sehr ehrgeizig das Jahr über dem runden Leder nachgejagt und gemeinsam mit den Spielern des VfL Veckerhagen einmal wöchentlich trainiert. Vom Frühjahr bis zum Herbst bestreitet man nach einem festen Terminplan Freundschaftsspiele und beteiligt sich an Turnieren, während in den Wintermonaten einige Hallenturniere gespielt werden. Daneben aber sorgt ein Festausschuß mit der Veranstaltung von Wanderungen, Grillfesten, Ausflugsfahrten und anderen geselligen Unternehmungen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Auf diese Weise sind natürlich alle Familienmitglieder und Freunde in die "Fußball-Familie" eingebunden. Daß der Altherrenfußball gerade in den letzten 10 bis 15 Jahren einen großen Aufschwung nahm und stets reibungslos funktionierte, haben die Spieler insbesondere ihren Sportkameraden Hans-Jürgen Nemeth und Norbert Koch als engagierte Betreuer zu verdanken. Seit zwei Jahren ist Werner Haase unterstützend zur Seite getreten, der übrigens im vergangenen Jahr sein 400. Altherren-Spiel für den TSV Vaake bestritt.

Wenn man sich nun zum Schluß den wechselvollen Verlauf der Fußballgeschichte in unserem Verein noch einmal vor Augen führt, so darf man erfreut feststellen, daß sich der Fußball in Reinhardshagen auch in der heutigen Zeit einen nicht unbeachtlichen Stellenwert erhalten hat und insbesondere einen großen Zulauf von fußballbegeisterten Mädchen und Jungen erfährt. Für die Verantwortlichen gilt es, diese Chance zu ergreifen und damit für eine erfolgreiche Weiterentwicklung in der DG Reinhardshagen jetzt die Weichen zu stellen. Dabei dürfen sie mit ihrer Arbeit aber nicht allein gelassen werden, sondern sollten von allen Seiten noch mehr Unterstützung als in der Vergangenheit bekommen. Mit der Gründung des Fußball-Fördervereins im vergangenen Jahr ist ein wichtiger Schritt getan, von außen gezielt den Jugend- wie den Seniorenfußball in der SG Reinhardshagen auf seinem hoffentlich erfolgreichen Weg in das nächste Jahrtausend hilfreich begleiten zu können.

Das der der Fußballsport auch in Zukunft neben der notwendigen finanziellen Unterstützung in erster Linie aber nur durch das ehrenamtliche Wirken seiner Vereinsmitglieder bestehen kann, mag an den Beispielen unserer langjährigen Platzkassierer Fritz Salomon (1970 bis 1987) und Klaus Becker (1981 bis heute) sowie von Dirk Rettberg als Betreuer der Seniorenmannschaften im TSV wie der SG deutlich werden, die stellvertretend für viele andere an dieser Stelle einmal ausdrücklich erwähnt werden sollten.

(Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Festschrift zum 100jährigen Bestehen des TSV Vaake. Geschrieben im Jahr 1994/95 von Reinhard Mai, Jürgen Wiemer, Udo Wallbach und Jörg Schmahl)